Pixelplausch #19

Hallo!

Rufen wir Euch entgegen und präsentieren stolz Folge 19 unseres Pixelplauschs. Aufgenommen haben wir am Abend des WM-Auftaktspiels unserer Fußballnationalmannschaft und Ihr seht so, welch große Opfer wir auf uns nehmen, um Euch mit neuem Pixelplausch-Content zu versorgen. “Wir”, das waren dieses Mal neben Jan und Georg erneut (Ihr kennt Sie schon aus der letzten Folge)

  • Mike vom Technikquatsch Podcast,
  • der liebe Tom aus der M10Z-Community und
  • Marcel, unser geschätzter, fast schon zum Inventar gehörender Podcast-Host Kollege.

Thematisch drehte sich unsere Diskussion um Sony’s Rückzug vom PC, Rückkehr zur PS-Exklusivität für Singleplayer-Spiele und über die Verwendung von Retro-Hardware - insbesondere Thinkpads - um alte Spiele wieder zum Leben zu erwecken.

Zum ersten Themen haben wir auch noch drei Links zum Nachlesen für Euch:

Viel Spaß beim Anhören!

Jan, Mike, Tom, Marcel und Georg

Wie steht Ihr zu den Überlegungen von Sony und Co, wieder mehr Spiele plattformexklusiv zu veröffentlichen?
  • Ich habe damit überhaupt kein Problem. Habe eh alle Konsolen/Systeme oder kaufe sie mir halt, wenn mich ein Spiel interessiert.
  • Finde ich schlecht! Damit wird man letztlich von einem Teil der Spiele ausgeschlossen, wenn man nicht das Geld investieren will oder kann, um sich die zugehörige Konsole/das erforderliche System zu kaufen.
  • Ich bin hin- und hergerissen.
  • Warum diskutieren wir überhaupt? Letztlich können wir daran im Zweifel eh nichts ändern.
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Ich sehe das ein bisschen anders als die kritischen Voter hier: Exklusivität ist für Konsolenhersteller meiner Meinung nach nicht nur legitim, sondern wirtschaftlich notwendig.

Das Kernproblem ohne Exklusivtitel: Wenn ich als Spieler jedes Spiel auf jeder Plattform bekomme, ist es mir als Verbraucher schlicht egal, wo ich spiele - und vor allem, wo ich mein Geld lasse. Genau das ist das Problem für die Hersteller. Microsoft und Sony verdienen heute den Großteil ihrer Marge nicht am Hardware-Verkauf (der läuft bekanntlich oft sogar defizitär), sondern über die digitalen Storefronts: Spiele, DLCs, Abonnements wie GamePass oder PS Plus. Verwässert man die Plattform-Bindung, verliert man diesen Hebel.

Exklusivtitel schaffen genau das, was eine Plattform braucht: einen Grund, sich einzukaufen und zu bleiben. Wer sich einmal eine Konsole gekauft hat und ein Ökosystem aufgebaut hat (Spielebibliothek, Freundesliste, gespeicherte Fortschritte), der bleibt in der Regel dabei. Die Exklusivität ist quasi der Türöffner, und der Store ist der langfristige Umsatzbringer.

Microsofts Kehrtwende zurück zur Exklusivität ist in dem Licht absolut nachvollziehbar - die kurze Phase, Titel auch auf PlayStation zu bringen, hat zwar kurzfristig Einnahmen gebracht, aber gleichzeitig das eigene Alleinstellungsmerkmal der Xbox-Plattform geschwächt. Warum noch eine Xbox kaufen, wenn ich Halo etc. auch auf der PS5 zocken kann?

Die Fragmentierung ist natürlich für uns Spieler unbefriedigend. Aber aus Unternehmensperspektive ist es einfach rationales Verhalten. Und am Ende finanzieren genau diese Einnahmen die großen First-Party-Produktionen, die wir alle (viele) wollen.

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Kleiner Exkurs zum GamePass, weil das für mich damit zusammenhängt:

Microsofts Strategie der letzten Jahre war im Kern eine einzige große Wette: Wenn wir genug Studios kaufen - von kleinen AA-Entwicklern bis zu Bethesda und Activision - und deren Output in den GamePass kippen, generieren wir so viele AbonnentInnen, dass sich das Modell trägt. Breitenabdeckung statt Tiefenbindung.

Das Problem: Die Rechnung ist offensichtlich nicht aufgegangen. Irgendwann kam der bekannte ~50-Prozent-Preisbump, das war für mich ein ziemlich klares Zeichen, dass man intern gemerkt hat, dass die AbonnentInnenzahlen nicht dahin gehen, wo man sie haben wollte. Das war ein bisschen das gleiche Kalkül wie bei Nvidia mit den GPU-Preisen: Die RTX 3080 kam 2020 für 699 Dollar auf den Markt und war zu dem Zeitpunkt das Non-Plus-Ultra - ein fairer Preis für die Leistung, und der Markt hat sie geliebt. Zwei Jahre später kam die 4080 für 1.199 Dollar. Fast 70 Prozent mehr, für eine Nachfolgegeneration (Jetzt grob, ich erinnere die Preise nicht mehr 100%ig). Die Empörung war laut und trotzdem haben die Leute gekauft. Nvidia hat daraus gelernt: Der Markt trägt mehr, als wir dachten. Microsoft hat offensichtlich genau dasselbe gedacht (bzw. gehofft) und den GamePass entsprechend verteuert. Danach dann Call of Duty raus aus dem Abo, als letzter Versuch, über Einzelkäufe nochmal Umsatz reinzuholen. Ein klassischer Hail Mary.

Und trotzdem: Man sollte nicht vergessen, dass Microsoft über Jahre hinweg viele kleine Studios querfinanziert hat, die sich auf dem freien Markt (vermutlich?) nie getragen (in der entsprechenden Groesse) hätten.

Was mich aber eigentlich interessiert: Der GamePass ist letztendlich auch eine Form von Exklusivität. Nur eben keine Titel-Exklusivität, sondern eine Ökosystem-Exklusivität. Du kaufst dich in Microsoft Gaming ein - und der GamePass existiert bis heute nicht auf PlayStation. Das ist strukturell dasselbe Prinzip wie ein Systemseller, nur als Abonnement verpackt. Und solange das so bleibt, ist Microsoft mit dem Modell gar nicht so weit weg von dem, was Sony mit seinen First-Party-Titeln macht - nur über einen anderen Hebel.

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Als PC- und Steam-Deck-Spieler hat es mich gefreut, dass Sony einige Titel auch für den PC veröffentlicht hat. Dadurch konnte ich ein paar Spiele nachholen, ohne mir zusätzlich eine Konsole kaufen zu müssen. Ohne PC-Versionen hätte Sony mich aber trotzdem nicht als PlayStation-Kunden gewonnen.

Dafür gibt es auf PC und Steam Deck mit Steam – und meinetwegen auch Epic mit den ständigen Gratis-Games – schlicht zu viele gute Alternativen.

Du widersprichst dich aber hier in deiner Argumentation. Nach der braucht es die Konsolen rein wirtschaftlich gar nicht, weil das Geld mit der SW verdient wird. Sprich: Die muessen mehr Spiele rausbringen.
Was du beschreiben willst ist aber eigentlich was ganz anderes: Wettbewerb.

Wenn man mehrere abgekapselte Systeme hat dann kann man mit paar guten Exklusivtiteln ordentlich Marketing betreiben und die Leute in das eigene Oekosystem treiben. Innerhalb des Oekoesystems gibt es aber keinen Wettbewerb mehr und man hat es relativ komfortabel. Risiko ist minimiert bzw. kalkulierbar, schlechte Spiele verkaufen sich auch besser auf der Plattform, weil man halt dann nicht zu einem alterntiv besseren Spiel greift. Man muss nicht so sehr auf andere Releases schauen usw.
Gleichzeitig staubt man die 30% in die eigenen Taschen ab, statt dass sie MS an Sony abdruecken muss usw.

Der einzige Grund fuer Exklusivtiteln auf der eigenen HW Plattform ist sich dem Wettbewerb zu entziehen. Das genau das was Nintendo seit Jahrzehnten macht und ihre ganze Plattform lebt davon 1-2x im Jahr einfach einen Blockbuster rauszuhauen.

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Nein, was ich meine ist:

Du bringst Konsolen auf den Markt. Diese sowie insbesondere die Leuchtturmtitel sind das Eintrittstor für Kunden. Mit diesen holst du Leute ran, die dann im Nachgang in deinem Ökosystem Geld ausgeben.

Sehe nicht ganz, wo ich mich widerspreche?

Genau das ist doch eben nicht „sich dem Wettbewerb entziehen”, sondern das Paradebeispiel dafür, wie es funktioniert.

Würde Nintendo seine Superhits auf allen Plattformen vertreiben, stünde die Switch mit Sicherheit schlechter da, weil genau die Käuferschaft, die „nur” für diese Spiele bei Nintendo einkauft, dann eben auf der Playstation bleibt. Ein Anteil X dieser Spielerinnen und Spieler würde immer neben den Leuchtturmtiteln auch noch weiteres Geld dalassen, welches dann zusätzlich fehlen würde.

Ich verstehe die Argumentation aus Unternehmenssicht, aber hier bin ich ganz klar Spieler. Hätte es God of War, Ghost of Tsushima oder Days Gone nicht auf dem PC gegeben, dann hätte ich sie auch nicht gespielt. Meine PS4 steht hier noch mit wenigen Stunden Laufzeit rum. Die hatte ich mir für Uncharted 4 und Detroit Become Human damals geholt. Nochmal werde ich mir aber keine Konsole für nur zwei Spiele holen. Eine zeitliche Exklusivität, wie sie zuletzt bestand, wäre für mich prima. Ich habe kein Problem damit, dann auch ein paar Jahre zu warten, bis ich das Spiel dann spielen kann. So verliert Sony mich halt als Kunde.

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Es ist doch generell die Frage welche Perspektive wir einnehmen sollten. Es mag aus kapitalistisch, neoliberalen oder unternehmerischer Sicht vielleicht vieles logisch und richtig erscheinen, was die ganzen Angelegenheit aus Sicht der Spielenden aber nicht besser macht. Und wir sind nunmal nicht die Produzenten, sondern die Empfänger der Produkte. Es gibt imho keine Notwendigkeit sich den Kapitalinteressen gewogen zu machen.

Hier sehe ich es also wie Jan, im Zweifel würde ich immer im Sinne der Spielenden argumentieren. Alles was unsere Situation verschlechtert ist erst einmal abzulehnen. Gute Spiele können auch vollkommen ohne Exklusivität entstehen, dafür gibt es ja sehr sehr viel Beispiele. Und wenn dann Blockbuster nicht möglich sein sollten, so what. Daran geht der Gaming Sekro auch nicht zu Grunde.

Ich denke auch, dass Konsolen per sehr erstmal durch ihren technischen Features überzeugen sollten. Also etwa einen soliden Preis für die gebotene Leistung oder innovative Steuerungskonzepte. Bei letzterem würde ich sogar eine gewisse Exklusivität noch akzeptieren, weil ja die Zuschneidung der Spiele auf diese Systeme aufwendig ist. Die letzten xbox und playstation Generationen haben in meiner Wahrnehmung aber nur marginale Unterschiede, etwa was den Controller angeht. Ihre Existenz rechtfertig sich also nur duch die exklusiven Spiele und da bin ich dann auch raus und lehne das ab.

Ja, du beschreibst gerade was „sich dem Wettbewerb entziehen“ bedeutet. Wer ein geschlossenes Ökosystem baut will genau keinen Wettbewerb haben und schon keine Konkurrenz. Das ist der einzige Grund warum Unternehmen genau das machen. Jetzt kommt bei Nintendo dazu, dass die ihre HW ausgerechnet nicht subventionieren :smiley: aber die HW-Entwicklungskosten bei Nintendo halten sich ohnehin in Grenzen, wenn man die mit MS oder Sony vergleicht.

Die Konsole ist einfach Marketinginstrument für „geile Grafik“, neue Generation oder um den Hype anzufachen. Und um dann eben die Kunden einzusperren und die Spielepreise auch für seine Plattform beliebig festlegen zu können, weil es gibt ja dann auch keinen Preiskampf mehr.

Genau das. Und das ist für alles wo man selbst der Kunde ist anzuwenden, egal ob jetzt Videospiele oder die Waschmaschine die ohne Internet nicht funktioniert.

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Ich glaube, wir beziehen uns auf unterschiedliche Wettbewerbe im Rahmen von xyz. Du stehst selbstverständlich auch mit dem geschlossenen Ökosystem im Wettbewerb um die Zeit, Aufmerksamkeit und das Geld der Spielerschaft. Wenn Person X dann erst einmal „gefangen/drinnen” ist, dann natürlich „nicht” (in reduziertem Maße).

Welcher Konkurrent kann denn im Sony Playstore Geld verdienen ohne Sony zu bezahlen?

Ich sage ja, wir reden aneinander vorbei. Ich spreche noch vom Schritt davor und vom Wettbewerb um die Kunden, die sowohl bei Sony als auch bei allen anderen Geld ausgeben können.

Ich habe mir auch nochmal Gedanken gemacht, nach meiner ersten Ehe habe ich mir eine Xbox One geholt, sie war billig, ich hatte kein Geld für einen PC und brauchte Ablenkung.

Mittlerweile habe ich wieder einen PC und bin froh das ich einfach die große Auswahl habe. Auch wenn ich dann vielleicht nicht jedes Sony / Nintendo/ Xbox Spiel spielen kann.

Aber das brauche ich auch nicht, ich habe soviele Spiele mit denen ich noch eine sehr lange Zeit Spaß haben werde.

Ich konnte allerdings eh nie den Hype um die neue Playstation verstehen. Vielleicht lässt es mich deswegen einfach kalt.

Ich verstehe aber auch jeden der sagt ich will das neue Sony AAA Game spielen und habe das Geld, dann soll er es kaufen.

Ob die aktuelle Konsolengeneration überhaupt jemals einen Hype ausgelöst hat, eher nicht. Hat sich vielleicht so angefühlt, weil die Verfügbarkeit vor allem der PS5 aufgrund des Chipmangels in den ersten zwei Jahren richtig schlecht war.
Und die Xbox ist so uninteressant, dass eben der DualSense schon ausreicht, um das Alleinstellungsmerkmal zu sein.

Es gab doch noch nie „so viele“ Leute mit der Aussage: Hab noch eine PS4, PS5 nein danke.
Die Gründe dafür mögen unterschiedlich sein. Von der PS4 kenne ich das so gar nicht. Alle wollten die PS3 loswerden. :smiley:

Nicht mal Rainer Sigl hat eine PS5. Ob er seine PS4 nutzt, keine Ahnung. Vermutlich fast nur PC.

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Mit Hype meinte ich auch nicht ausschließlich diese Generation der Konsolen sondern den Hype um das Produkt Playstation allgemein. :blush:

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