Zu Zeiten des Heimcomputers – ich hatte einen Atari ST und gebe zu, dass ich auch gerne noch einen Amiga besessen hätte – war ich glücklich, überhaupt etwas zum Spielen zu haben. Und da liefen die Dinge meistens auch problemlos. Diskette rein, tack tack tack, und los ging’s. Außer dass mal eine Diskette den Geist aufgab, war nicht viel an Schwierigkeiten geboten.
Beim Umstieg auf PC anfang der '90er, den ich anfänglich aus geschenkten Resten bewältigte, war plötzlich ein Teil der Beschäftigung, überhaupt etwas installiert oder zum Laufen zu bekommen. Das mit dem DOS und den Treibern war schon ein Gefummele.
Das Herumexperimentieren an autoexec.bat und config.sys war zwar manchmal ein spannender Wettbewerb, wer den besten Treiber fand und den meisten freien Speicher zusammenkratzen konnte, nervig war es trotzdem, jedes mal das richtige Setup zu laden oder zu finden, damit Spiel X oder Spiel Y überhaupt lief. Wir erstellten über die Zeit zig Disketten mit unterschiedlichen Start-Menüs, die alle Allgemeinheiten und Spezialitäten abbildeten. Neben den Spielen selbst ein gefragtes Tauschobjekt.
Den nötigen Speicher frei zu kriegen, war oft eine Doktorarbeit. Ich glaube mich richtig zu erinnern, dass sogar die Ladereihenfolge der Treiber wichtig war. Aber damals war das eben so und ich hinterfragte es nicht. Ich wurstelte mich durch und als Schüler hatte ich auch die nötige Muse dazu. Dennoch staunte ich hin und wieder nicht schlecht, was sich so mancher Spielehersteller dabei dachte, gefühlt 639kB von 640kB Hauptspeicher zu beanspruchen ohne mitzuteilen, wie das denn umzusetzen wäre.
Bei den ersten 1:1 LANs mit meinem damaligen Schulfreund im Nachbarort, zu dem ich mich an Wochenenden von meinen Eltern mit meinem ganzen unhandlichen Kram hinfahren ließ – ich sage nur Tower und 17" Röhre – musste dann zusätzlich noch Netzwerkgeraffel rumgebastelt werden. BNC Buchsen mit Terminierung haben gefuchst oder der IPX Netzwerktreiber stellte weiteren dringend benötigten Speicher zu. Es zwickte immer irgendwas, aber letztlich brachten wir mit wenigen Ausnahmen doch am Ende alles zum laufen. Diese Geduld würde ich wahrscheinlich heute nicht mehr aufbringen. Da mein Schulkumpel aus unerfindlichen Gründen zudem in allen Spielen um so viel besser war als ich, war mein Multiplayer-Spaß dann doch häufig etwas getrübt. Heute spiele ich auch lieber Singleplayer-Spiele und höchsten mal im Couch-Coop mit den Kindern was.
Bei späteren LANs, so um die 2000er Jahre herum, die im erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis stattfanden, haben auch erstmal drei von sieben Leuten nicht mitgespielt, weil sie ihren PC neu aufsetzen mussten oder wollten, weil das Spiel irgendwie nicht lief, oder einfach vergessen wurde die angesagten Spiele schon mal zu installieren und dann rumgesucht wurde, ob noch jemand die Medien dabei hat.
An eine andere LAN-Party erinnere ich mich noch mit einem großen Schmunzeln. Über einen Freund war ich zufällig mit dort. Wir kamen zusammen als letzte und irgendjemand dort suchte in dem ganzen Stromgewirre noch ein freie Steckdose für mich. Nachdem alles zusammengekabelt war, und ich den PC anschaltete machte es einen großen Bumms und alles war aus, bis auf ein einsamer PC in einer Ecke auf einem anderen Stromkreis. Das alleine wäre nicht so erinnerungswürdig gewesen, wenn der Ort nicht der Kellerraum eines Lokals gewesen wäre, und in Windeseile der Koch im Keller erschien, und leicht angesäuert mitteilte, dass gerade im Hochbetrieb oben seine Gasträume und seine Küche „offline“ gegangen sind. Aber man kannte sich ja und auch die Kellergäste waren gute Kunden.