Once we were Gamers Relaunch #04 – LAN-Parties und die Freuden des Alters

Once we were Gamers ist wieder zurück und dieses Mal sind Franziska und Simon wieder gemeinsam am Mikrofon. Während wir eingangs über Disco Elysium philosophieren, führt uns unser eigentliches Thema diesmal zurück in die Vergangenheit – zurück in die Zeit, in der Plug and Play ein frommer Wunsch war.

Wir sprechen über Netzwerkprobleme bei LAN-Parties, Herausforderungen beim Einrichten von Software und allerlei andere Hürden, die wir früher zum Gamen nehmen mussten und die sich heute niemand mehr vorstellen mag. Dabei stellen wir die provokative Frage: Hat uns das resilienter gemacht als die jungen Gamer von heute? Sind wir entspannter, weil wir es mehr gewöhnt sind, dass Games nicht auf Anhieb funktionieren?

Hört rein und lasst es uns im Forum wissen. Teilt eure Geschichten aus der Vergangenheit und beantwortet uns die Frage: Gaming ohne Plug and Play – Fluch oder Segen?

Franziska und Simon

Und hier noch die obligatorische Forumsumfrage:

Haben die heutigen Spieler weniger Geduld mit Spielen als früher?
  • Ja, absolut
  • Nein, auf keinen Fall
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Ist auch ein bisschen die Frage der Definition nach “Geduld in Bezug auf (Video)Spiele)”. Gibt ja Millionen, die digitale Ziele in Spielen ala Fortnite, Call of Duty oder Roblox ergrinden. Gleiches gilt fuer Spiele wie Path of Exile etc, ist das auch Geduld? Oder nur Gleichgueltigkeit und Ausdauer?

Das die Aufmerksamkeitsspanne sinkt, ist hingegen jedoch natuerlich damit nicht wegzudiskutieren. Kann man durch den Einfluss mobiler Geraete ja auch einfachst an sich selber beobachten.

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Lan Parties hingegen vermisse ich echt. Zu Mittelstufe-Zeiten haben wir davon im festen Freundeskreis einige pro Jahr veranstaltet.

Werde nie vergessen, wie ein Kumpel und ich mit 12? oder so unseren ersten Netzwerkswitch gekauft haben um uns da dann irgendwie durchzustuempern.

Heutzutage hat mein Freundeskreis da leider das Interesse dran verloren. Ich mache nur noch eine “Mini Lan” mit meinem Bruder zu jedem Release von World of Warcraft.

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Wir haben auch lange noch Zockertreffs gehabt, wo wir LAN mit Xbox 360 gemacht haben. Zweimal auch noch als wir alle so langsam Kinder hatten, dann war leider vorbei irgendwie.
Versuche das immer mal wieder anzuleiern, aber klappt nicht.
Hat schon immer Spaß gemacht.

Jo, bin bei mir im Freundeskreis auch der einzige, der irgendwie beim Gaming haengegeblieben ist :melting_face:

Das bescheuerte ist ja, die zocken ALLE noch. Aber halt online und zu anderen Zeiten und haben wegen Familie und Terminen die WE immer voll haha.

Ich und zwei Freunde machen 2-4 mal im Jahr eine LAN Partie mit den Rechnern. Ich lieb das. Da geht es gar nicht mehr darum so krass zu zocken. Wir machen auch oft eine längere Pause und quatschen einfach. Für mich geht es bei LAN eigentlich nur noch darum, sich mal bewusst Zeit zu nehmen. Das Zocken ist da ein schönes Mittel zum Zweck.

LAN ist halt durch das Online Gaming weggestorben, weil jeder zu bequem ist soch aus seinem Stuhl zu heben und ein paar Meter (Kilometer) zu reisen um das “gleiche” zu tun. Ich denke dafür muss man aber auch LAN erlebt haben. Diese LAN Parties waren absolute Highlights.

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Die Leute spielen hier einfach auch gar nicht mehr - einer nur noch bisschen Fifa. Die anderen im Grunde komplett aufgehoert.

Ich fahre im Februar Mal seit Ewigkeiten zu einer “größeren” Lan und habe schon total Lust :blush:

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Durch die Rückkehr zu Guildwars 2 hab ich jetzt gerade wieder ne krasse Multiplayer Erfahrung. Meine Lust auf eine physische LAN ist gerade auch wieder sehr hoch.

Das ist halt auch so ein LAN Ding. Manche Spiele klicken einfach besser auf ner LAN. HALO 3 war so ein Fall. Das hab ich Online echt ungern gespielt. Aber auf ner LAN? Bestes Games während des Studiums.

Damals haben wir noch Fernseher durch die Gegend getragen… Mein einer Kumpel hat mal seinen 70 Zoll Plasma TV zur LAN transportiert :joy:

Ich hab ne Zeitlang bei uns im Keller mit “Two Areas” gearbeitet. Jedes Team (4 Spielern) eine XBox und dann 4 vs. 4 HALO 3. Die eine Gruppe hat natürlich auf dem Beamer gezockt…

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Zu Zeiten des Heimcomputers – ich hatte einen Atari ST und gebe zu, dass ich auch gerne noch einen Amiga besessen hätte – war ich glücklich, überhaupt etwas zum Spielen zu haben. Und da liefen die Dinge meistens auch problemlos. Diskette rein, tack tack tack, und los ging’s. Außer dass mal eine Diskette den Geist aufgab, war nicht viel an Schwierigkeiten geboten.

Beim Umstieg auf PC anfang der '90er, den ich anfänglich aus geschenkten Resten bewältigte, war plötzlich ein Teil der Beschäftigung, überhaupt etwas installiert oder zum Laufen zu bekommen. Das mit dem DOS und den Treibern war schon ein Gefummele.

Das Herumexperimentieren an autoexec.bat und config.sys war zwar manchmal ein spannender Wettbewerb, wer den besten Treiber fand und den meisten freien Speicher zusammenkratzen konnte, nervig war es trotzdem, jedes mal das richtige Setup zu laden oder zu finden, damit Spiel X oder Spiel Y überhaupt lief. Wir erstellten über die Zeit zig Disketten mit unterschiedlichen Start-Menüs, die alle Allgemeinheiten und Spezialitäten abbildeten. Neben den Spielen selbst ein gefragtes Tauschobjekt.

Den nötigen Speicher frei zu kriegen, war oft eine Doktorarbeit. Ich glaube mich richtig zu erinnern, dass sogar die Ladereihenfolge der Treiber wichtig war. Aber damals war das eben so und ich hinterfragte es nicht. Ich wurstelte mich durch und als Schüler hatte ich auch die nötige Muse dazu. Dennoch staunte ich hin und wieder nicht schlecht, was sich so mancher Spielehersteller dabei dachte, gefühlt 639kB von 640kB Hauptspeicher zu beanspruchen ohne mitzuteilen, wie das denn umzusetzen wäre.

Bei den ersten 1:1 LANs mit meinem damaligen Schulfreund im Nachbarort, zu dem ich mich an Wochenenden von meinen Eltern mit meinem ganzen unhandlichen Kram hinfahren ließ – ich sage nur Tower und 17" Röhre – musste dann zusätzlich noch Netzwerkgeraffel rumgebastelt werden. BNC Buchsen mit Terminierung haben gefuchst oder der IPX Netzwerktreiber stellte weiteren dringend benötigten Speicher zu. Es zwickte immer irgendwas, aber letztlich brachten wir mit wenigen Ausnahmen doch am Ende alles zum laufen. Diese Geduld würde ich wahrscheinlich heute nicht mehr aufbringen. Da mein Schulkumpel aus unerfindlichen Gründen zudem in allen Spielen um so viel besser war als ich, war mein Multiplayer-Spaß dann doch häufig etwas getrübt. Heute spiele ich auch lieber Singleplayer-Spiele und höchsten mal im Couch-Coop mit den Kindern was.

Bei späteren LANs, so um die 2000er Jahre herum, die im erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis stattfanden, haben auch erstmal drei von sieben Leuten nicht mitgespielt, weil sie ihren PC neu aufsetzen mussten oder wollten, weil das Spiel irgendwie nicht lief, oder einfach vergessen wurde die angesagten Spiele schon mal zu installieren und dann rumgesucht wurde, ob noch jemand die Medien dabei hat.

An eine andere LAN-Party erinnere ich mich noch mit einem großen Schmunzeln. Über einen Freund war ich zufällig mit dort. Wir kamen zusammen als letzte und irgendjemand dort suchte in dem ganzen Stromgewirre noch ein freie Steckdose für mich. Nachdem alles zusammengekabelt war, und ich den PC anschaltete machte es einen großen Bumms und alles war aus, bis auf ein einsamer PC in einer Ecke auf einem anderen Stromkreis. Das alleine wäre nicht so erinnerungswürdig gewesen, wenn der Ort nicht der Kellerraum eines Lokals gewesen wäre, und in Windeseile der Koch im Keller erschien, und leicht angesäuert mitteilte, dass gerade im Hochbetrieb oben seine Gasträume und seine Küche „offline“ gegangen sind. Aber man kannte sich ja und auch die Kellergäste waren gute Kunden.

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ich will nur mal kurz sagen, dass ich Richie Rich angeschaut habe nachdem ich die Folge gehört habe.

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Das war immer das schlimmste. Ab 4 Personen im Netzwerk wurde es fast unmöglich. Es hat immer ewig gedauert, bis mann alle im Netzwerk gesehen hat. Und oft war es einfach unlogisch: Ich konnte zum Beispiel Kumpel A sehen, der aber nicht mich. Dafür aber Kumpel B, den ich nicht sehen konnte. Es war verwirrend.

Das fühle ich so sehr. Das hatten wir auch regelmäßig. Mir hat es mal das Windows vor Ort zerschossen und ich hab dann 4 Stunden Windows neu aufgesetzt. Zum Glück hatte ich damals schon zwei Partitionen und hatte keinen Datenverlust.

Ja, ich denke unsere Generation hat auf diesem Weg zwei Dinge gelernt: 1. Wieviel Watt hat mein Netzteil. 2. Wie viel Watt darf auf eine Stechdose :smiley:

Danke fürs Teilen. Ich liebe solche Anekdoten. Heute hätte ich natürlich auch nicht mehr die Geduld dafür, aber damals war das einfach so und hat dazugehört. Ich weiß gar nicht, ob es in der heutigen Zeit ein Äquivalent dazu geben wird, den dann die nachfolgende Generation nicht mehr verstehen kann…

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Und? Faxmaschinen auf dem Schreibtisch?

ja, die hatten ja sogar 2 auf dem Tisch. Und mit dem Handy am Essenstisch telefonieren.

Ihr hättet übrigens wegen den LAN installationen ja durchaus nochmal die Windows oder Half-Life Seriennummern zitieren können.

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