Hitbox • Schafft sich AAA selbst ab?

Mit Hitbox starte ich ein reines Textformat bei Gaming Stories. Hier ist Platz für längere Essays, Einordnungen und Betrachtungen rund um Spiele und die Branche – ganz ohne begleitende Podcastfolge.

Zum Auftakt geht es um AAA: immer größere Budgets, dauerhafte Spielerbindung, alte Dauerbrenner und die Frage, ob sich das Blockbuster-Modell zunehmend selbst im Weg steht.

Hier zum Lesen

Welche Rolle spielt AAA-Gaming für euch?
  • AAA ist für mich ein wichtiger Teil des Gamings.
  • Ich spiele AAA gezielt und wähle stark aus.
  • Große Produktionen reizen mich, aber nicht automatisch.
  • Indie- und kleinere Spiele spielen für mich eine größere Rolle als AAA.
  • Alte Spiele und Dauerbrenner nehmen bei mir mehr Raum ein als neue AAA-Titel.
  • Preise und Zusatzmonetarisierung beeinflussen stark, ob ich zu AAA greife.
  • Bei AAA fehlen mir oft Mut, Eigenständigkeit und klare Handschrift.
  • Für besondere AAA-Spiele zahle ich gerne den vollen Preis.
  • AAA spielt für mich kaum eine Rolle.
  • AAA gehört für mich ganz selbstverständlich zum Gaming dazu.
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Echt cool was du immer fuer kleine Essays raushaust :slight_smile:

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Ich hab deinen Text sehr gerne gelesen. Danke dafür. Ich empfand jeden Gedanke als verständlich hergeleitet und in kleinen Schritten nachvollziehbar weitergedacht. Vorallem mit deinem Punkt zur Konkurenz um die Aufmerksamkeit und frei Zeit der Spielenden konnte ich mich sehr identifizieren.

Letzte Woche habe ich mich noch gefragt, wie ich The Blood of Dawnwalker, Controll Resonant, und all die anderen Tollen Titel die da im September kommen, vernünftig genießen soll. Zumal auch noch GTA VI am Horizont wartet. Viele Spiele wenig Zeit. Aus diesem Dilemma hat mich Witcher 3 Remastered jetzt tatsächlich ein wenig „gerettet“. Das über 10 Jahre alte und vertraute Spiel wird es wohl werden. Wie in deinem Text beschrieben, konkurrieren die Neuerscheinungen eben nicht nur untereinander, sondern immer auch mit den älteren Titeln die es schon gibt. Fühl ich. :clap:

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Danke dir, freut mich sehr, dass der Text bei dir so gut angekommen ist.

Kleine Zeitreise: Zu meiner Heimcomputerzeit war die Lage wesentlich überschaubarer. Die Spiele waren meist kürzer und griffiger – nicht unbedingt besser, da war auch reichlich Schrott dabei. Aber man spielte viel aus der eigenen Sammlung, bis in den nächsten Wochen oder Monaten vielleicht ein, zwei oder drei neue Titel auftauchten, die einen wirklich interessiert haben. Wir hatten ja nichts. :grin:

Heute ist es das genaue Gegenteil. Auf Steam sind 2025 über 21.000 Spiele erschienen, im Schnitt also eines alle 25 Minuten. Natürlich ist vieles davon für einen selbst völlig irrelevant, aber selbst ein kleiner Bruchteil davon ist schon mehr, als man vernünftig spielen kann.

Und gleichzeitig sind viele Spiele heute 50, 100 oder noch mehr Stunden lang und wollen uns teils über Jahre halten. Genau das ist mir beim Schreiben nochmal deutlich geworden: Das Problem „zu viele Spiele, zu wenig Zeit“ entsteht nicht nur durch die Masse an Neuerscheinungen, sondern auch durch die Langlebigkeit bestehender Spiele, die ihre Spieler zudem stärker und länger binden sollen, um auch z.B. über Monetarisierung zusätzlich Kohle ranzuschaffen.

Dass auch bei dir ausgerechnet der geremasterte Hexer wieder im Rennen ist, passt ziemlich gut zu dem Verdruss über die Flut des Neuen. Ein altes, bekanntes und immer noch gutes Spiel schiebt sich wieder zwischen all die Neuerscheinungen und nimmt ihnen ganz real Zeit und Aufmerksamkeit weg. Aber man weiß eben auch, was man bekommt.

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Ich muss echt sagen was für ein fantastischer Text der einen sehr zum Nachdenken anregt. Vielen Dank dafür.

Ich muss auch zugeben, daß ich so schöne Spiele noch immer nicht abgeschlossen habe, da es meine Zeit einfach nicht zulässt über 100 Stunden in ein Spiel zu versenken.

Wenn ich realistisch denke spiele ich in einer Woche vielleicht 3 bis 4 Stunden, der Rest geht drauf für die Familie, Podcast, aktiv Fußball gucken, Homepage, Lesen, Netzwerken…

Ich glaube alleine deswegen haben es riesige AAA Spiele bei mir auch einfach schwer.

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Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat.

Stimmt, neben den ganzen konkurrierenden 100-Stunden-Kloppern gibt es ja auch noch weitere Konkurrenten um die eigene Zeit. Vor allem Familie, Arbeit und eben andere eigene Interessen. Wie schön war da die Schulzeit, als man jeden ganzen Nachmittag an seinem Computer die „Hausaufgaben“ machen „musste“ :sweat_smile:

100 Stunden Spielzeit wären aus meiner Sicht gar nicht so sehr das Problem, wenn man sich in der Lage sieht, die vielen anderen verlockenden Spiele erstmal konsequent links liegen zu lassen. Wenn man der „Jedes Jahr nur mein FIFA“-Typ ist, klappt das. Bei einem breit aufgefächerten Interesse an Videospielen wird das zur Verzichtsübung.

Ich schaue deshalb fast immer bei HowLongToBeat nach und überlege, ob ein Spiel trotz großem Interesse überhaupt in mein Leben passt. Da bin ich dann manchmal richtig froh über Spiele, die nach 5, 10 oder 20 Stunden einen Abschluss finden. Gleichzeitig schmerzt es bei manchen interessanten Spielen schon, sie allein wegen ihrer Größe liegen zu lassen. Ich lege sie dann vorsichtig auf die Wishlist, in der Hoffnung, dass irgendwann der passende Zeitpunkt dafür kommen möge.

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