Das Fundbüro ist zurück und präsentiert zwei Spiele, die in allen Belangen unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen begibt sich Edgar im Kultspiel No One Lives Forever in die Swinging Sixties zurück und versucht, mit der Poweragentin Cate Archer fiese Terroristen aufzuhalten. Aber macht dieser Kultklassiker auch noch gut 26 Jahre nach der Veröffentlichung Spaß?
Zum anderen hat Jan ein aktuelles Kleinod aus den Untiefen der tausenden Steam-Spiele hervorgehoben, das wirklich keiner kennt. In der neuesten Folge unseres Fundbüro-Podcasts erfahrt ihr also auch, inwieweit Flag-O-Tron mit seiner Mischung aus Balatro-like, Schach-Allüren und Flaggenkunde überzeugen kann.
Wow, sogar ein Meme vom Mememeister. Danke! Und ja, spielen geht heute natürlich schon noch. Wie ich im Podcast gesagt habe, bräuchte die IP IMHO aber eher ein Remake. Auch im Agenten und Shooter Genre ist die Teit nicht stehengeblieben. Und viele der Systeme funktionieren meiner Meinung nach nur bedingt gut. Da ist am Ende bei den Fans glaube ich auch viel nostalgische Verklärung und guter Wille vorhanden.
Damals haben viele Spieletester Wertungen knapp um die 90 vergeben. Das war vermutlich noch vor der großen Wertungsinflation. Ganz ohne Grund wird das nicht passiert sein. No One Lives Forever muss damals also einiges richtig gemacht haben.
Bei solchen Spielen wurmt es mich immer ein bisschen, wenn ich sie nicht zur passenden Zeit gespielt habe. Anhand dessen, was ich bisher gesehen und gelesen habe, habe ich die leise Ahnung, dass sich heute kein vergleichbares Spielgefühl mehr einstellen würde. Nicht, weil das Spiel schlecht gealtert sein muss, sondern weil sich Spielmechaniken, Bedienung und Sehgewohnheiten über die Jahre doch ziemlich verändert haben.
Damals wäre das für mich vermutlich ein ziemlicher Hammer gewesen. Heute schaue ich eher mit Interesse und ein bisschen Abstand darauf – mit dem Gefühl, dass ich die damalige Wirkung vielleicht noch nachvollziehen, aber nicht mehr ganz so unmittelbar erleben kann. Bei älteren Titeln gerate ich öfter in diesen Zwiespalt: Man möchte die verpasste Erfahrung nachholen, merkt aber, dass der richtige Moment dafür vielleicht einfach vorbei ist.
Ein Remake könnte das bis zu einem gewissen Grad auffangen. Aber die leicht nostalgische Betrachtung trauert eben nicht nur dem Spiel selbst nach, sondern vor allem dem verpassten Originalgefühl.
NOLF war einfach in fast allen Aspekten State of the Art damals. Gameplay, Soundesign, Optik/Licht, weiblicher Charakter, FPS mit leichtem Stealth, Gadgets und nicht ausschliesslich Waffen.
Das war eine super Folge, da war die Fahrt aus Aachen wie im Flug vorbei.
Und ich werde definitiv Flag-o-tron auschecken.
Geil auch die Hottakes von @yollum : Zum Beispiel die georgische Flagge, jeder kennt die georgische Flagge"…ich würde da mal auf der Straße ne Umfrage machen, du wärst erstaunt
Die Besprechung von NOLF fand ich gut, finde nur Du bewertest die Bewertung (also verstehste) etwas zu sehr von heute aus. Ich würde das auch nicht nostalgische verklärt nennen.
Nostalgisch verklärt wäre es für mich, wenn wir es in unserer Kindheit Jugend gespielt hätten und es deswegen toll finden würden, aber selbst damals der Tenor „naja ist okay“ gewesen wäre.
So ist es ja ein Spiel das damals wirklich State of the art war.
Das hatte alles was man aus anderen Spielen kannte und dann noch mehr.
Die von euch angesprochene Abwechslung, das frische Setting.
Die Shootermechanik war top, das schleichen kann ich wenig bewerten, da ich selbst einfach ungern schleiche.
Und die damaligen Bewertungen spiegeln das ja wieder. Das war ein super gutes Spiel.
Damals.
Das es heute nicht mehr so ist, lässt sich ja nur mit heutiger Technik und seitdem erschienenen Spielen, die darauf aufbauen erklären.
Ein Remake fände ich super gut.
Ich finde auch übrigens die als Handtasche und Lippenstift getarnten Gadgets gut und sinnvoll. Denn natürlich muss eine Frau nicht eine Handtasche und Lippenstift haben und so aussehen wie Frau Archer, in den swinging Sixties ist das aber als Tarnung absolut sinnvoll und niemand hinterfragt es bzw. wird sogar noch davon abgelenkt und eingelullt.
Ganz schlicht gesagt, wenn sich jemand bei „dumme Bauern e.V.“ einschleichen würde, muss die Tarnung ja so sein das die es nicht merken, also deren Rollenbildern und Werten entsprechen und nicht, das wir es nicht als Klischee sehen
Stimme zu, dass nostalgische Verkläung es nicht unbedingt trifft. Bleibe aber dabei, dass das Spiel heute aus der Zeit gefallen ist. Mehr auch als andere Spiele aus der Zeit. Games sind nunmal ein sehr stark von Innovation getriebenes Medium. Und ich bewerte aus der heutigen Perspektive, eben mit den Veränderungen der letzten 20 Jahre im Hinterkopf. Ob das Spiel damals gut war, wird ja, wie du sagst, sehr gut an den Wertungen ersichtlich, ist IMHO aber für die Spielerfahrung heute eher zweitrangig. Vieles fühlt sich im Verhältnis zu neueren Spielen eher altbacken an.