SZ: Game Over

Videospiel-Journalismus:Game over

  1. März 2023, 17:05 Uhr

Am Ende steht ein „Danke für euren Zuspruch“, ein „Schweren Herzens müssen wir… mitteilen“, ein „Seid nicht traurig“. Es bleiben ein paar Fotos wie das aus dem Wildpark Poing, wo der Herausgeber eine Verteidigungsrede des Arthouse-Games „Disco Elysium“ mit dem Satz „Von mir aus lies ein Suhrkamp-Buch“ konterte. Es bleiben Texte - und vor allem eine Lücke. Das Games-Magazin Wasted wird Ende März eingestellt. Es war eines der wenigen kulturkritischen Games-Formate in Deutschland. Andere, wie Superlevel, fahren Kapazitäten herunter. Die Washington Post stampft ihre Redaktion für kritischen Games-Journalismus sogar ganz ein. Weitere Meldungen dieser Art ließen sich auflisten.

Deshalb liest sich die Ankündigung der Wasted nicht nur wie eine Traueranzeige. Sondern auch wie eine Vermisstenmeldung. Hat jemand die Games-Kulturkritik gesehen? Und falls nein: Wo ist sie, zu einer Zeit, in der das Medium immer absurdere Umsätze erwirtschaftet, mehr als die Filmindustrie und die Musikbranche, in der Spiele zunehmend selbstverständlich als Kulturgut angesehen werden?

Über Spiele sollte man nicht wie über Waschmaschinen schreiben

…to be continued. Dass die Herausgeberin als Moderatorin beim legendären Poing Viertelfinale unterschlagen wurde ist aber natürlich unverzeihlich…

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